Der Junge Sänger im jung gebliebenen Verein Artikel von Christian Kolmer, ehem. Jugendvertreter 
Viele Chöre in unserer Zeit klagen über Mitgliederschwund und Nachwuchssorgen. Obwohl unser Verein in der jüngeren Vergangenheit von derlei Schwierigkeiten verschont ist, möchte ich dennoch zu diesen Themen Stellung nehmen. In letzter Zeit geht der Trend bei unseren Jugendlichen auf dem Freizeit- und Unterhaltungssektor eher dahin, sich von Vorgefertigtem berieseln zu lassen. Insbesondere die Musik, aber auch Bildung und Kultur im Allgemeinen leiden an dem Manko fehlender Eigeninitiative. Warum ein Buch lesen, wenn ein Film den scheinbar gleichen Unterhaltungswert mit wesentlich geringerem Aufwand vermittelt? Warum singen, wo es doch CDs gibt? Und doch hat sich bestimmt schon einmal jeder dabei ertappt, wie er während der Autofahrt seinen Lieblingssong lauter dreht und mitsingt. Auch ist es unter uns jungen Menschen gleichsam beliebt, nach entsprechendem Alkoholgenuss einen der gängigen Gassenhauer durch das Festzelt zu schmettern. Dem versierten Sänger bricht es dann immer das Herz, angesichts derartig brachliegendem Stimmenpotential. Das Bedürfnis zu Singen ist also da. Es gilt nun für die Chöre, von ihrem angestaubtem Image wegzukommen. Der Schlüssel hierzu - und das ist vielleicht auch unser Erfolgsrezept - liegt in der vielseitigen Ausgestaltung der Vereinsarbeit neben dem Singen selbst. Wo steht eigentlich geschrieben, dass nur Pfadfinder, Feuerwehr und Sportvereine Jugendfreizeiten ausrichten können? Und warum sollte eine traditionelle Veranstaltung des MGV nicht einfach spontan in einen Disco-Abend umgewandelt werden? Warum nicht zuerst Schubert und dann Robbie Williams? Mit der Liedauswahl hat der Zuspruch der jungen Sänger jedenfalls nichts zu tun, denn unsere Chorliteratur war schon zu Gründerzeiten des Vereins größtenteils antik. Jedoch müssen auch die älteren Sänger ihren Beitrag zum Gelingen leisten und uns Jugendlichen mit Aufgeschlossenheit und Akzeptanz begegnen. Viele Singstunden sind von schiefen Tönen geprägt, die uns Jungen beim Singen von alten und daher nie gesungenen Liedern entfahren. Auch muss das ungenierte Quatschen der Jungen ständig mit einem nicht so ganz Ernst gemeinten "psst" oder "Ruhe jetzt" quittiert werden. Doch kann ich aus tiefster Überzeugung sagen, dass wir mit unserer etwas verspielten Art des "Generationenkonflikts" auf jeden Fall mehr Spaß als Ärger hatten und dies auf beiden Seiten der im Grunde überhaupt nicht vorhandenen Front. Unsere guten "alten" Sänger haben es eingesehen, dass ein Erfolg beim Wertungssingen eben doch nur aus einem Zeitungsartikel und einem weiteren Pokal im Trophäenschrank besteht, während eine Singstunde mit jungen Leuten jeden Freitag vergleichsweise mehr Spaß macht. Dafür möchte ich ihnen im Namen aller jungen Sänger danken. Christian Kolmer (ehemaliger Jugendvertreter) 

Wie ist es möglich, dass so viele junge Männer in eurem Chor mitsingen? Artikel von Hans Krämer, Schriftführer Mit dieser Frage richten sich Vereinsvorstände und andere Chorinteressierte immer wieder an uns. Dass der Beitritt und die Integration der Jugendlichen so reibungslos vonstatten geht, liegt an der Kompromissbereitschaft aller Sänger. Die gegenseitige Rücksichtnahme und die Förderung der guten Beziehungen untereinander haben dabei einen ganz besonderen Stellenwert. Um besser auf die Belange unserer jüngeren Sänger einzugehen wurde 1991 erstmals Björn Diebel als Jugendvertreter in den Vorstand gewählt. Seit 1994 sind sogar zwei Vorstandsplätze mit Jugendvertretern besetzt. Zur Zeit sind dies Nils Klingelhöfer und Benjamin Lauber. Ihnen obliegt es, die Interessen der "Jüngeren" wahrzuhemen. Sicher, nicht jeder junge Mann, der einmal eine Chorprobe besucht bleibt auch wirklich dabei. Aber die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass der Weg richtig ist. Fragt man die Jugendlichen nach den Gründen, die sie zum Verbleib in unserem Chor und darüber hinaus zur Werbung unter Gleichaltrigen bewegen, so erhält man recht häufig die tolle Atmosphäre und gute Altersmischung zur Antwort. Auch unser Dirigent Matthias Schmidt spielt bei dem Ganzen eine überaus wichtige Rolle. Von ihm wird erwartet, dass er nicht nur Ausstrahlung hat, ohne zu autoritär zu sein, sondern auch Stücke wählt, die auch den jungen Sängern Spaß machen. Die Jugendlichen empfinden das Singen als Freizeitbeschäftigung, die Spaß machen muss und in Cleeberg macht Singen einen unbändigen Spaß. So treffen sich Jung und Alt nach einer Chorprobe im "Sängertreff", wo man bei Cola oder Bier zusammensitzt und gemeinsam Skat oder Tischfußball spielt. Oder nach einem Chorwettbewerb, wenn im Bus die gemeinsame Heimreise angetreten und eine erfolgreiche Teilnahme gefeiert wird. Überhaupt Chorwettbewerbe: Die Jugendlichen zeigen ein hohes Maß an Leistungsbereitschaft. Sie wollen wissen, welcher Leistungsstand erreicht ist, und das ist nur bei Wettbewerben feststellbar. Doch die Jugendarbeit verschlingt auch Geld, viel Geld. Doch es handelt sich um eine vielversprechende, richtungsweisende Investition. Daher sind wir auf Sponsoren angewiesen und schon mit 25,- Euro pro Jahr können auch Sie unsere Jugendarbeit fördern. Werden Sie Mitglied beim MGV Liederkranz Cleeberg, am liebsten natürlich aktiv aber auch passive Mitglieder sind bei uns herzlichst willkommen. 
|