15. Juni 2003 CLEEBERG (kw).Es war echtes Kaiserwetter, als sich die Cleeberger Sänger am Sonntagvormittag am Bürgerhaus Cleeberg trafen. Pünktlich um 11:00 Uhr brachen die 58 Sänger auf, um sich beim Chorwettbewerb in Beerfelden-Hetzbach im Odenwald einer hochkarätigen Konkurrenz zu stellen. Vor nur zwei Wochen stellten sie in Großholbach ihre einzigartige Klasse unter Beweis und kehrten mit drei ersten Plätzen zurück. Ob man auch heute einen derartigen Husarenstreich vollbringen werde, war zu dieser Stunde noch offen. Doch eines war allen Sängern klar: Das wird eine ganz schwierige Kiste werden. Es musste ja auch zum wiederholten Male ausgerechnet die Klasse M1 sein, in der man sich solch namhaften Chören gegenübersah, wie dem "Frohsinn Kronau", der unter der Leitung von Gerhard Wind stand sicher einer der ganz Großen in Sachen Chorgesang.
Chorleiter Matthias Schmidt hatte in der letzten Chorprobe am vergangenen Freitag die Zügel nochmals heftig angezogen, um die Sänger auf diese Aufgabe vorzubereiten. Bei dieser Gelegenheit konnte man auch erleben, wie schweißtreibend Chorproben sein können. Sehr begehrt bei solchen Proben unter Matthias Schmidt sind Deoroller und Taschentücher.
Und so trafen die Cleeberger um 14:00 Uhr im schönen Odenwald ein. Viel Zeit blieb nun aber nicht mehr, denn Hartmut Schmidt als 1. Vorsitzender drängte sogleich zum Einsingen, schließlich sollten die Sänger bereits um 16:00 Uhr auf der Bühne stehen, und eine gewisse Konzentrationsphase ist bei solchen Veranstaltungen auch vonnöten. Und so versammelten sich die Cleeberger Sänger zum Einsingen und anschließender Ruhepause. Um 16:00 Uhr war es dann so weit, Cleeberg betrat als vorletzter Chor die Bühne im Konzertsaal. Dieser war bis auf den letzten Platz brechend voll, und welche Temperaturen dort an einem heißen Sommertag herrschen, spottet jeder Beschreibung. Zitat einiger Sänger: "Viel Afrika".
Zur Aufführung kamen: "The Drummer And The Cook" nach einem Arrangement von Henry S. Matthew mit Solist Björn Diebel. Als Zweites wurde "What Shall We Do With The Drunken Sailor" von Robert Shaw und zum Abschluss "Only You" von The Flying Pickets mit den Solisten Björn Diebel und Michael Watz dargebracht. Gänsehaut bekamen die Sänger auf der Bühne, als der letzte Ton verklungen war und das Publikum die Darbietung der Cleeberger mit "Standing Ovations" würdigte. Man glaubte, eine Boy-Group stünde dort im Rampenlicht und nicht ein Männerchor aus Cleeberg, hätte nur noch gefehlt, dass Wäschestücke auf die Bühne fliegen.
Direkt nach dem Auftritt äußerte sich Dirigent Matthias Schmidt in einem Interview sehr zufrieden ob der Leistung seines Chores, der trotz der äußerst schweren Konkurrenz ein überzeugendes Programm dargeboten hatte. Schmidt ließ sich jedoch zu keinem Tipp hinreißen, welche Platzierung der Cleeberger Chor wohl am Ende belegen werde. "Sie haben ja die Reaktion des Publikums erlebt. Jetzt warten wir halt mal ab, was die Jury über unsere Leistung zu sagen hat."
Um 18:00 Uhr begann dann die Bekanntgabe der Wertungen. Insgesamt nahmen 37 Chöre am Wettbewerb teil, und da Cleeberg als vorletzter Chor aufgetreten war, mussten sie auch entsprechend lange auf ihre Wertung warten. Doch das Warten sollte sich lohnen. Je vorgetragenem Chorwerk konnte die Jury maximal 60 Punkte vergeben, in der Addition also 180 Punkte. Der Chor unter Gerhard Wind hatte da schon mal Maßstäbe gesetzt mit 174 Punkten. Solch ein Ergebnis noch zu toppen, dessen waren sich die Cleeberger bewusst, dürfte mehr als schwierig werden, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich ja zuletzt. Und so nahm das Schicksal seinen Lauf und für Cleeberg wurde bekanntgegeben: Chor A 59, Chor B 59 und Chor C 59 Punkte. Das machte summa summarum satte 177 Punkte und damit 1. Preis im Klassensingen, 1. Dirigentenpreis und Tageshöchstwertung aller teilnehmenden Chöre. Es dauerte einen gehörigen Moment, bis die Truppe um Matthias Schmidt es wirklich realisiert hatte, zum wiederholten Male alle 1. Preise gewonnen. Hut ab vor dieser Leistung.
Selbst Chöre, die in härtester Konkurrenz zu den Cleebergern stehen, hielten sich mit Lob nicht zurück. Direkt nach der Veranstaltung wurden die Sänger aus Cleeberg allerorts angesprochen, mit Worten wie "einfach genial, was ihr auf der Bühne bietet" oder "ihr könnt wirklich stolz auf eure Truppe sein, besonders auf die vielen jungen Burschen". Selbst im Gästebuch auf der Homepage des www.mgv-cleeberg.de hinterließen andere Chöre ihre Meinung zu den Darbietungen. Zitat: "Gratulation zu eurer Tagesbestleistung! Das war eine grandiose Leistung, die ihr gestern in Beerfelden-Hetzbach abgeliefert habt. So macht Chorgesang Freude!"
Man fragt sich ernsthaft, was als Nächstes folgt. Aus den Cleeberger Reihen war zu vernehmen, man wolle jetzt auch das Triple schaffen und in zwei Wochen bei dem Chorwettbewerb in Weinheim-Sulzbach, der mit Schwierigkeits-Wertung ist, noch mal alles aus sich herausholen. Was aus diesem Vorhaben wird, erfahren Sie wie immer aktuell bei uns.